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Geschrieben von Kati
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Samstag, 1. März 2008 |
Unser Gesicht des Monats in der Ausgabe 115! Der kleine Ben Joris Meyer - Noch so klein - aber schon ein so großer Kämpfer!
Ben Joris Meyer Noch so klein - aber schon ein so großer Kämpfer!
 Life, das Stadtmagazin. Grad erst ein Lebensjahr hat der kleine Ben Joris Meyer vollendet, aber schon einen harten Kampf um seine Gesundheit gewonnen! Dabei fing sein Leben 'ganz normal' an: am 24. Januar des vergangenen Jahres erblickte der kleine Mann im Bünder Lukas-Krankenhaus zur großen Freude von Mama Yvonne, Papa Andreas und Bruder Yannick die Welt. Doch schon kurz darauf wurde diese Freude getrübt: grade mal 36 Stunden alt musste Ben Joris operiert werden! Der Dünndarm hatte sich verdreht und zwei mal um sich selbst gewickelt, sodass ein dadurch abgestorbenes Stück entfernt werden musste. Kein leichter Eingriff, den die Ärzte im Bielefelder Krankenhaus Bethel durchführten. Da die lebenswichtige Funktion des verbleibenden Dünndarms stark eingeschränkt war, konnte die Ernährung erst nur über Infusionen stattfinden, die langsam durch 'normale Babynahrung' gesteigert werden durfte. So verbrachte Ben Joris die ersten 3 Lebensmonate stationär im Krankenhaus: eine harte Zeit für die ganze Familie! Täglich pendelten Yvonne und Andreas zwischen dem Bielefelder Krankenhaus und dem Wohnort Bünde, um natürlich auch für Yannick, der zu dieser Zeit schon die erste Schulklasse besuchte, da zu sein. Damit er nicht so lange im Krankenhaus bleiben musste, bis die Ernährung über die Infusionen abgeschlossen sein würde und um sich endlich in familiärer, geborgener Atmoshäre weiter entwickeln zu können, wurde Ben Joris in einer weiteren OP ein Katheder eingepflanzt. Mit einer 24-Stunden-Infusionspumpe wurde er nach Hause entlassen und ein anfangs täglich erscheinender Kinderpflegedienst war beim Wechsel der Infusionsbeutel behilflich. Doch die Freude, den Zuwachs nach so langer Zeit endlich zu Hause zu haben, währte nicht lange: schon nach 1 1/2 Wochen führte der Weg wieder ins Krankenhaus nach Bielefeld, da sich der kleine Kerl den Katheder selbst 'gezogen' hatte und dieser in einer erneuten OP an einer anderen Stelle wieder gesetzt werden musste. Und als wenn es nicht schon schlimm genug gewesen wäre, versetzte eine nur kurze Zeit später darauf folgende Blutvergiftung die Familie erneut in Angst. Doch allmählich sollte der kleine Kämpfer merken, dass auch für ihn bessere Zeiten kommen sollten: die täglich notwendigen Infusionen, die - nachdem sie vom Pflegedienst angelernt worden war - Mama Yvonne unter streng sterilien Vorschriften täglich wechselte, wurden nach einem Besuch bei einer Spezialistin in Lübeck allmählich minimiert. So musste Ben Joris Anfang Dezember nicht mehr an die Infusionspumpe angeschlossen werden. Nach fast einem Jahr geprägt von Ängsten, Hoffnungen und dem Kennenlernen der eigenen körperlichen Grenzen ist nun endlich Normalität in das Leben der Familie Meyer eingekehrt. Ängste, dass ihr Kind sich nicht so entwickeln könnte, wie es bei gleichaltrigen Kindern zu beobachten ist, wurden Yvonne und Andy von ihrem Sohn selbst genommen. Erst die letzte Untersuchung beim Kinderarzt hat gezeigt, dass Ben Joris trotz allem sich ganz normal entwickelt hat. Und auch der große Bruder hat trotz vielen Verzichts und Kummer um den kleinen Bruder ein tolles Schuljahr absolviert und seinen Mitschülern die Funktion des menschlichen Darm anschaulich mit sämtlichen lateinischen Bergriffen erklärt. Einen besonderen Dank möchten Yvonne und Andy an dieser Stelle gern noch an ihre Eltern Anette und Rolf Linke und Edith und Reinhard Meyer richten, denn ohne ihre Unterstützung hätten sie diese schwere Zeit nicht bewältigen können.
Die 'Reportage' von Astrid Möller mit Bildern von Tobias Keller und privat. |